eLogistik - logistische Dienstleistung

Die Aufgabe der Logistik ist die bedarfsgerechte Herstellung von Verfügbarkeit. Es haben sich zwei begriffliche Einengungen für die Bezeichnung logistische Dienstleistung herausgebildet. Die erste Einengung beschränkt den Begriff der logistischen Dienstleistung auf die im Markt gehandelten Dienstleistungsangebote gewerblicher Dienstleistungslieferanten. Der Fokus liegt einseitig auf gegen Entgelt für Dritte erbrachten Dienstleistungen. Unternehmensinterne Leistungen werden aus der Betrachtung ausgeblendet. Dass sich hinter einer solchen Abgrenzung kein methodischer Ansatz verbirgt, zeigt jedoch die in der Logistik zunehmend breiter diskutierte Frage der Make-or-buy-Entscheidung, die ja eine Entkopplung der ”Natur” logistischer Dienstleistungen von der Frage nach dem jeweiligen Prozesseigner gedanklich voraussetzt. Die zweite begriffliche Einengung ist darauf zurückzuführen, dass mit der Verbreitung des Begriffes Logistik die Vorstellung verbunden wurde, es handle sich um einen substantiell neuen Funktionsbereich. Dadurch hat sich besonders in der Verkehrswirtschaft der Sprachgebrauch eingebürgert, mit dem Begriff der logistischen Dienstleistung nur solche Tätigkeiten zu bezeichnen, die über das traditionelle Kerngeschäft von Speditionen und Transportunternehmen hinausgehen. Aus methodischer Sicht ist eine solche Begriffsfassung wenig überzeugend. Auch wenn einfache Grundformen des Transportierens zum Teil als triviale Grenzfälle logistischer Dienstleistungen erscheinen mögen, so ist es nicht sinnvoll, sie definitorisch auszuschließen und den Begriff der logistischen Dienstleistung damit wesentlich enger zu fassen als den Logistikbegriff selbst.



Der Begriff der Logistik unterliegt einem Wandel und ist nicht völlig trennscharf. Abgrenzungsprobleme resultieren auch daraus, dass logistische Dienstleistungsunternehmen durch Outsourcing immer weitere Aufgabenfelder aus Industrie und Handel übernehmen, die entweder in der Grauzone des Logistikbegriffes liegen oder bereits eindeutig nicht-logistischer Natur sind. Unternehmungen, die ihrem Selbstverständnis nach Logistikdienstleister sind, lassen sich bei der Weiterentwicklung ihres Dienstleistungsangebotes nicht von begrifflichen Fragen leiten, sondern von wirtschaftlichen Chancen und den Bedürfnissen ihrer Kunden. Aus diesen Leistungsprogrammerweiterungen wird die Sprachregelung abgeleitet, grundsätzlich alles als logistische Dienstleistung zu bezeichnen, was logistische Dienstleistungsunternehmen tun. Damit kann jedoch der Unterschied zwischen logistischen und nicht-logistischen Dienstleistungen nicht sinnvoll erfasst werden. Mit der zunehmenden Arbeitsteilung und Spezialisierung in der Wirtschaft ändern sich auch die Rollenverständnisse der Marktteilnehmer in Industrie, Handel und Dienstleistung. Der ehemals klar abgegrenzte Markt für Transport und Lagerhaltung hat sich dabei zu einem komplexen Markt für logistische Dienstleistungen entwickelt, auf dem die Anbieter nicht nur untereinander, sondern im Rahmen von Outsourcing-Projekten auch mit ihren Kunden in Konkurrenz treten und auf dem neben logistischen zunehmend auch andere Dienstleistungen gehandelt werden.

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