eLogistik - Entwicklung logistischer Dienstleister
In den 70er Jahren wurden logistische Aktivitäten, d.h. das Management und die operative Gestaltung von Waren- und Informationsflüssen, hauptsächlich unternehmensintern abgewickelt (Firth Party Logistics). Viele Unternehmen besaßen zu dieser Zeit einen eigenen Fuhrpark sowie eigene Lagerhäuser. Frachten mit internationalem Zielort wurden von ausgewählten Spediteuren transportiert. Mit Beginn der Internationalisierung und den Lean Management Bestrebungen in den 80er Jahren wurden logistischen Basisleistungen (z.B. Lagerung, Verpackung und Spedition) zunehmend an Logistikanbieter ausgelagert (Second Party Logistics / 2PL). Eine wirkliche Neuerung trat Anfang der 90er Jahre mit der zunehmenden Einführung von ERP-Systemen ein. Die damit gewonnene Transparenz der Prozesse war ausschlaggebend für die Entwicklung von Third Party Logistics (3PL) bzw. Kontraktlogistik. Ein 3PL ist ein weiterentwickeltes Speditionsunternehmen, welches aus Wettbewerbsgründen zusätzlich zu seinen bisherigen Leistungen weitere value added services (Konfektionierung, Montage) entwickelt hat, um seinem Kunden eigenverantwortliche Systemlösungen zu bieten. Er nutzt sowohl eigene als auch fremde Kapazitäten (kooperierende Logistikpartner). Insbesondere Großunternehmen haben die Verantwortung für das Management logistischer Prozesse an größerer Logistikdienstleister ausgelagert. der heute dominierende Logistikdienstleistungstyp In der zweiten Hälfte der 90er Jahre rückte zunehmend das Management unternehmensübergreifender Logistikprozesse (SCM) in den Mittelpunkt des Interesses.
Ein Dienstleister, der die Unternehmen der Supply Chain auf Basis von Informations- und Kommunikationssystemen miteinander verknüpft, wird als Fourth Party Logistics-Provider (4PL) bezeichnet. Ein 4PL-Provider ist ein Logistikgeneralunternehmer, der Unternehmen so miteinander verbindet, dass ein möglichst reibungsloser Wertschöpfungsprozess entsteht. Dies umfasst die Übernahme unternehmensübergreifender Planungs- und Steuerungsaufgaben. Zu den Kernkompetenzen eines 4 PLs gehört die Beratung in organisatorischen und informationstechnologischen Fragen. Zur Ergänzung seines eigenen Know-Hows greift er auf die Kompetenzen Dritter zurück. Zu den Aufgaben eines 4PLs gehört die zielorientierte Auswahl , Zusammenführung, Koordination und Überwachung von Leistungen Dritter sowie die Implementierung und Betreuung einer strategischen kundenindividuellen Gesamtlösung. Der Verzicht auf den Einsatz eigener Ressourcen (Fuhrpark, Lager) wird nicht als zwingende Voraussetzung für eine 4 PL angesehen. Letztendlich bedeuten eigene Kapazitäten auch eine zusätzliche Sicherheit für den Kunden.